Ergebnisse des „MediaCheck Bad Essen“ liefern wertvolle Impulse
Die in der öffentlichen Debatte wiederkehrende allgemeine Annahme, dass digitale Medien und Künstliche Intelligenz (KI) längst fester Bestandteil der Lebenswelt von Schüler*innen sind, wird mit Blick auf Kinder und Jugendliche, die eine der beiden Bad Essener weiterführenden Schulen besuchen, eindrucksvoll bestätigt. Diese Erkenntnis und zahlreiche weitere aufschlussreiche Ergebnisse lieferte der „MediaCheck Bad Essen“ – eine an Oberschule und Gymnasium Bad Essen durchgeführte Studie unter wissenschaftlicher Leitung von Torben Kuhlenkasper, Professor für Mathematik, Statistik und Ökonometrie an der Hochschule Pforzheim.
Entsprechend lebendig und äußerst konstruktiv gestaltete sich der Austausch über die Inhalte der Studie, die auf der Grundlage der Befragung von über 1.400 Bad Essener Schüler*innen durchgeführt wurde. Neben interessierten Eltern und Lehrer*innen waren Vertreter*innen beider Schulträger und der schulischen Sozialarbeit sowie Repräsentant*innen von Eltern-Interessenvertretungen, darunter auch Miriam Kaschel, Vorsitzende des Landeselternrates Niedersachsen, der Einladung zur Ergebnispräsentation im großen Forum des Gymnasiums Bad Essen gefolgt.
Gerade für die Jahrgänge 5 und 6 zeigt die Studie hinsichtlich der Verfügbarkeit und Nutzung ein differenziertes Bild. Angesichts der aus dem „MediaCheck“ gewonnenen Gewissheit, dass digitale Endgeräte jedoch spätestens ab dem Jahrgang 7 bereits selbstverständlich sind, dass sie in unterschiedlicher Art und Weise und Intensität genutzt werden und dass ein grundsätzliches Bewusstsein für die Risiken seitens der Nutzer*innen durchaus unterstellt werden kann, waren sich die Anwesenden darin einig, dass es nicht nur klarer, altersangemessener Regeln in Schule und Elternhäusern, sondern auch einer entsprechenden pädagogischen Begleitung bedarf. „Diese notwendigen Regeln, die auch aus häufig geäußerten Belastungserfahrungen von Schüler*innen abzuleiten sind, dürfen, um allgemeine Akzeptanz zu erfahren, nicht verordnet, sondern sollten unter Einbeziehung aller Akteure, in erster Linie der Schüler*innen, erstellt, an Entwicklungen angepasst und transparent kommuniziert werden“, zog Christian Rinné, Schulleiter des Gymnasiums Bad Essen, während der Veranstaltung ein erstes Zwischenfazit.
Einen weiteren Schwerpunkt bildete das Thema „KI“. „Schon in den unteren Jahrgängen haben viele Schüler*innen erste Erfahrungen mit KI-Anwendungen gesammelt; ab Jahrgang 8 ist die Nutzung selbstverständlich“, erläuterte Torben Kuhlenkasper zentrale Ergebnisse, die hinsichtlich der gezielten Nutzung zum Teil deutliche Unterschiede im Vergleich der Altersgruppen und Geschlechter hervorbrachten. Sowohl Heike Oberkötter, Schulleiterin der Oberschule Bad Essen als auch Christian Rinné bestätigten, dass die hiermit verbundenen Herausforderungen, aber auch Chancen, z.B. um Erklärungen komplexer Unterrichtsgegenstände zu erhalten, bereits Bestandteile entsprechender schulischer Konzepte sind. Eine stetige Weiterentwicklung von Unterrichtskonzepten, aber auch eine außerunterrichtliche pädagogische Begleitung seien jedoch unabdingbar.
Zusammenfassend waren sich die Teilnehmer*innen einig, dass eine effektive digitale Bildung und Erziehung eine echte Chance erfahren kann, wenn alle Beteiligten – Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern – hierüber im ständigen Austausch sind und bleiben. „Hier sollten Schulen entsprechende Formate etablieren“, sagte Schulleiter Christian Rinné mit Blick auf den lebendigen, äußerst gewinnbringenden Austausch im Rahmen der Präsentation der „MediaCheck“-Ergebnisse, denn „als Einzelkämpfer haben wir keine Chance!“
Ein herzliches Dankeschön richtete er an Herrn Prof. Dr. Kuhlenkasper für die Durchführung der Studie, deren Ergebnisse äußerst wertvolle Impulse für beide Schulen und Elternhäuser im Sinne einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft hervorgebracht hätten.
Die Studie „MediaCheck Bad Essen“ ist hier abrufbar.