Geschichte

Oh je! Geschichte? Das ist nichts für mich; da musst du ja so viele Zahlen und Fakten auswendig lernen…

So oder ähnlich klingt es häufig, wenn es um die Frage nach den Inhalten und Aufgaben des Faches Geschichte geht. Dieses Vorurteil ein wenig zu entkräften und das Interesse für das Fach Geschichte (hoffentlich!) zu wecken, ist erklärtes Ziel unserer kleinen „Fach-Vorstellung“.

Geschichtsunterricht ist der schulische Fachunterricht über historische Ereignisse und Zusammenhänge, der darüber hinaus die Fähigkeit zu geschichtlichem Denken vermitteln soll.

Ploetz Geschichtslexikon

Doch was heißt das eigentlich?

Im Vordergrund steht eben nicht auswendig gelerntes Wissen, sondern die Deutung und Reflexion von Geschichte. Geschichte ist ein „Denkfach“, kein „Auswendiglernfach“. Damit diese Aufgabe erfolgreich bewältigt werden kann, steht der Erwerb sogenannter Kompetenzen für das Fach Geschichte im Mittelpunkt unseres Unterrichts– so wie es die Kerncurricula für die Sekundarstufe I und Sekundarstufe II einfordern:

Kenntnisse über Geschichte, Fähigkeiten und Fertigkeiten, Bereitschaften, Haltungen und Einstellungen, sich mit Geschichte auseinanderzusetzen – und zwar von Klasse 5 an bis zum Abitur! Dass unsere Schülerinnen und Schüler diese Aufgaben zum Teil in hervorragender Weise bewerkstelligen, davon zeugen immer wieder die gelungenen Referate, Präsentationen und Arbeiten, aber auch einzelne Exkursionen in verschiedenen Klassenstufen. Offen sein für Themen, Zusammenhänge und Problemfragen, aber dabei stets eine kritisch-distanzierte Position einnehmend, das ist dabei ein zentrales Anliegen unseres Faches am GBE.

Ein Schweizer Kulturhistoriker des 19.Jahrhunderts umschreibt die Arbeit der Historiker so:

Wir betrachten das sich Wiederholende, Konstante, Typische als ein in uns Anklingendes und Verständliches.

Jacob Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen

Doch: Wozu brauchen wir das?

Der Osnabrücker Uni-Professor Thomas Vogtherr formulierte in der NOZ vom 17.01.09 zu dem Problem der Funktionalisierung von Geschichte als Gebrauchsanleitung für die Zukunft:

Wer glaubt, dass Geschichte ein ständiger Fortschritt ist, der hält die Vergangenheit natürlich für unbedeutend, für einen Irrweg, für zu Recht überwunden…Wer glaubt, dass die Geschichte ohnehin in der Hand des Allmächtigen ist, der wird sie kaum beeinflussen können, gleichgültig, ob er aus ihrem Ablauf lernt oder nicht…Was ist zu tun?

Wer nicht weiß, woher er kommt, kann auch nicht wissen, wohin er geht.

Diese Position ist in ihrer Formelhaftigkeit ebenso simpel wie aber auch einleuchtend. Doch wohin geht der Mensch und wie kann er den Gang der Entwicklung mit bestimmen? Hier zeigt sich die enge Verbindung von Geschichtsunterricht und Politikunterricht, derer wir uns stets bewusst sind.

Geschichte soll erfahren werden als etwas Interessantes, wohlmöglich Spannendes, aber auch als etwas, was mit unserem Leben in all seinen Facetten ganz viel zu tun hat!

Viel Spaß am Fach Geschichte am GBE!

T. Seiters

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