Podiumsdiskussion zur Landratswahl lässt Politik lebendig werden

Bildung, Mobilität und Partizipation

Die Kommunalwahl in Niedersachsen wirft auch am Gymnasium Bad Essen ihre Schatten voraus. Während sich Schüler*innen und Lehrer*innen in vielen einzelnen Unterrichtsstunden mit diesem lebensweltnahen, spannenden Ereignis auseinandersetzen, war es dem Politik-Leistungskurs von Fachlehrer Felix Wolking gelungen, alle Kandidat*innen für das Amt der Landrätin bzw. des Landrates ans GBE zu holen. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion tauschten die Amtsinhaberin Anna Kebschull (parteiunabhängig, unterstützt von Bündnis 90 / Die Grünen), Thomas Spieker (CDU), Alexander Batz (SPD), Erik Frerker (Die Linke), Thorsten Koch (FDP) sowie Jörg Dilge (AfD) ihre Argumente aus und stellten sich ebenfalls den Fragen der interessierten Schüler*innen.

Im voll besetzten großen Forum der Schule lauschten die Gymnasiast*innen der Jahrgänge 11 bis 13 der spannenden und zum Teil auch hitzigen Diskussion, die von den drei Moderator*innen Noah Goecke, Nele Kuhlmann und Enya Veenhuis mit Bravour geleitet wurde. Sie führten souverän durch das Programm, gaben den Teilnehmenden faire Redeanteile und stellten klare, faktenorientierte Fragen zu zuvor im Unterricht erarbeiteten Schwerpunkten mit überwiegend regionalem Bezug, zum Beispiel zum Thema Bildung. Hier diskutierte man nicht nur über Ansätze zur Schaffung zukunftsfähiger Rahmenbedingungen, sondern auch über eine stärkere Berücksichtigung der Pädagogik im Studium und die Attraktivität des Lehrerberufes. Dabei wurden sowohl Möglichkeiten als auch Grenzen der Einflussnahme einer Landrätin / eines Landrates herausgestellt.

Durchaus kontrovers ging es vor dem Hintergrund des Schließung des Krankenhauses Ostercappeln ebenso beim Schwerpunkt „Gesundheitsversorgung auf dem Land“ zu. Interessiert lauschten die Schüler*innen auch den Beiträgen zum Thema „Mobilität“, das vor allem für die anwesende Altersgruppe von besonderer Relevanz ist. Demnach konnten einige Zuhörer dem Vorschlag eines für Schüler*innen kostenfreien ÖPNV durchaus etwas abgewinnen, wobei darüber hinaus sogenannte On-Demand-Angebote, die mitunter äußerst kostspielig sein können, auch kritisch betrachtet wurden.

Die Auseinandersetzung mit der Frage, wie man Jugendliche für Politik, im Besonderen im Nahbereich, begeistern könne, brachte unterschiedliche Ansätze hervor. Neben der Etablierung von Jugendparlamenten wurde auch das Engagement in projektbezogenen Initiativen ins Spiel gebracht.

Für die Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung, die in diesem Rahmen in der Region seinesgleichen suchen dürfte, erhielten die verantwortlichen Schüler*innen sowohl von den teilnehmenden Politiker*innen als auch seitens des Publikums großen, anerkennenden Beifall. Notizen und ein abschließender Faktencheck sorgten für zusätzliche Transparenz; die Podiumsdiskussion insgesamt bot allen Schüler*innen wichtige Impulse für die eigene politische Meinungsbildung sowie eine demokratische Debattenkultur. So wurde Politik nicht nur theoretisch, sondern in besonderem Maße lebendig vermittelt.